Soziale Verwurzelung internationaler Pflegekräfte
Erfahrungen aus der Praxis:
Welche Bedeutung hat soziale Verwurzelung für internationale Fachkräfte, die in der Pflege tätig sind? Und was braucht es, damit Drittstaatsangehörige ihre Zukunft in Deutschland sehen und Teil dieser Gesellschaft werden?
Mit diesen Fragen beschäftigt sich ein gemeinsames Projekt des Diakonischen Werks Württemberg und des Diakonischen Werks Baden, das durch den Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds des BAMF gefördert wurde. Ziel ist es, nicht über die Zielgruppen zu sprechen, sondern mit ihnen – und herauszufinden, was internationale Pflegekräfte benötigen, um sich langfristig willkommen und verbunden zu fühlen.
Im Rahmen der Veranstaltung am 08.10.2025 im Hospitalhof in Stuttgart wurden die Ergebnisse einer wissenschaftlichen Untersuchung vorgestellt und mit Vertreterinnen und Vertretern aus Kommune, Politik, Verbänden und Pflegeschulen und Einrichtungen diskutiert. Im Mittelpunkt standen Fragen nach den Faktoren, die soziale Verwurzelung fördern oder behindern – von Zugangsbarrieren über familiäre Strukturen bis hin zu regionalen Unterstützungsnetzwerken.
Einen praxisnahen Einblick bot die Elisabeth-Selbert-Schule, die durch die Abteilungsleiterin und Pflegepädagogin Ute Frei vertreten war. In einem kurzen Vortrag stellte sie die generalistische Pflegeausbildung und die Erfahrungen mit Auszubildenden aus Drittstaaten vor. Begleitet wurde sie von drei Auszubildenden der AWO Karlsruhe, Imane Belgouhl aus dem 1. Ausbildungsjahr, und zwei Azubis aus dem dritten Ausbildungsjahr, Geordy Dontsa und Hermann Kitio.
Die drei berichteten offen über ihre persönlichen Erfahrungen, Herausforderungen und Zukunftsperspektiven in Deutschland. Ihr Beitrag war eine große Bereicherung – authentisch, engagiert und voller Motivation für ihren Weg in der Pflege.
Das gemeinsame Fazit der Veranstaltung: Soziale Verwurzelung entsteht dort, wo Menschen echte Teilhabe erfahren – in Ausbildung, Beruf und Gemeinschaft.
Der Kabarettist Alfons
... trifft Schülerinnen und Schüler aus der J1 und dem BK
Am 21. Oktober stand für 23 interessierte Schülerinnen und Schüler aus der J 1 und dem Berufskolleg ein besonderer Abend auf dem Programm: In Mannheim besuchten Sie gemeinsam mit Frau Klenert-Hahn und Frau Bacher das Bühnenprogramm „Alfons – jetzt noch deutscherer“ des französisch-deutschen Künstlers Alfons. Auf mitreißende Art und Weise erzählte er im Capitol die Lebensgeschichte seiner Großmutter, die trotz der Tatsache, dass sie die Gräuel der Nationalsozialisten in Auschwitz überlebt hat, eine weltoffene und verzeihende Haltung gegenüber den Deutschen an den Tag legte. Mit Wortwitz und so manchem Klischee zeigte Alfons auf liebevolle Weise die Unterschiede zwischen Franzosen und Deutschen auf und ließ dabei keinen Zweifel an seiner durch und durch pro-europäischen Haltung. Nach diesem gelungenen Abend verbrachte die Gruppe eine kurze Nacht in der Jugendherberge in Mannheim, um sich am nächsten Morgen auf den Weg zur Carl-Theodor-Schule nach Schwetzingen zu machen, wo es zu einem persönlichen Treffen mit Alfons kommen sollte. Im Rahmen seines Demokratieprojekts interessierte Alfons sich besonders dafür, wie die heutigen Jugendlichen die Demokratie sehen und welche Probleme sie identifizieren. Neben einer Gruppenarbeit zum Thema Populismus und lebhaften Diskussionen gab es noch ausreichend Gelegenheit, Alfons Fragen zu seiner Arbeit und seiner Familiengeschichte zu stellen. Mit vielen neuen Eindrücken von einem beeindruckenden Künstler und voller Anregungen, wie jeder Einzelne sich für die Demokratie einsetzen kann, wurde schließlich die Rückfahrt nach Karlsruhe angetreten.