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Praktikumstag am KIT Nord

Am 23. Juni 2026 unternahm die Klasse EG12 im Rahmen des Chemie-Unterrichts eine Exkursion an das Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Um 8:30 trafen wir uns vor dem Gebäude und wurden abgeholt und in den Schülerraum geführt und über den folgenden Tag aufgeklärt. Ziel des Ausflugs war es, mehr über Lebensmittel und deren Inhaltsstoffe zu erfahren. Das KIT bietet Schülerinnen und Schülern in seinen spezialisierten Laboren die Möglichkeit, mit modernen Großgeräten und Analyseverfahren zu arbeiten, die im normalen Schulalltag nicht zur Verfügung stehen. Im Fokus des Praktikumstages standen chromatografische und photometrische Untersuchungen an alltäglichen Lebensmitteln.

Versuche welche durchgeführt wurden:

Versuch 1: Nachweis von Glutamat in Brühwürfeln mittels Dünnschichtchromatografie (DC)

Ziel des Versuchs war die Bestimmung des Geschmacksverstärkers Glutamat in handelsüblichen Brühwürfeln. Zuerst wurde eine Probe des Brühwürfels gelöst und zusammen mit einer Glutamat-Vergleichslösung auf eine DC-Platte (stationäre Phase) aufgetragen. Die Platte wurde anschließend in eine Laufkammer mit einem geeigneten Fließmittel (mobile Phase) gestellt. Nach Beendigung des Trennvorgangs wurde die Platte getrocknet und die farblosen Aminosäuren mittels eines Sprühreagenz durch Erhitzen sichtbar gemacht. Durch den Abgleich der Wanderungsstrecken und der Farbreaktion der Probenflecken mit der bekannten Referenzsubstanz konnte Glutamat in der Brühwürfel-Probe eindeutig nachgewiesen werden.

Versuch 2: Gaschromatografie (GC) von Ethanol und Methanol in verschiedenen Getränken

Als Nächstes war unser Ziel die Unterscheidung sowie Bestimmung von Alkoholkomponenten (Ethanol und dem gesundheitsschädlichen Methanol) in verschiedenen Getränkeproben. Die Getränkeproben wurden vorbereitet und im Gaschromatografen  durch eine beheizte Trennsäule transportiert. Ein angeschlossener Detektor registrierte die ankommenden Stoffe zeitversetzt. Aufgrund der unterschiedlichen Wechselwirkungen der Alkohole mit der Säulenbeschichtung wiesen Ethanol und Methanol charakteristische Retentionszeiten auf. Dadurch konnten die beiden Alkohole präzise voneinander getrennt, identifiziert und auf ihre Konzentration hin untersucht werden.
Versuch 3: Photometrische Bestimmung von Phosphorsäure in Cola und Cola-Mischgetränken

Der nächste Versuch beinhaltete die Konzentrationsbestimmung der enthaltenen Phosphorsäure, welche in Erfrischungsgetränken als Säuerungsmittel eingesetzt wird.

Da Phosphorsäure farblos ist und Licht im sichtbaren Bereich nicht absorbiert, wurde sie zunächst durch die Zugabe einer spezifischen Reagenz in einen intensiv gefärbten Komplex überführt. Von dieser gefärbten Lösung wurde die Konzentration der Phosphorsäure von dem Photometer ermittelt und anschließend ausgegeben. 

Versuch 4: Nachweis von natürlichen und synthetischen Farbstoffen in Puddingpulver und Getränken

Das nächste Ziel war die Untersuchung und Differenzierung der in Lebensmitteln eingesetzten Farbstoffe hinsichtlich ihrer Herkunft (natürliche Extrakte vs. künstliche/synthetische Farbstoffe). Die Proben wurden mit Benzin in ein Reagenzglas gegeben und gekocht. Nach dem Abkühlen konnte man zwei verschiedene Schichten sehen, durch den Farbunterschied war es möglich festzustellen, ob es sich um natürliche oder synthetische Farbstoffe handelt.


Am Schluss durften wir an einer kleinen Führung teilnehmen und haben viel über das KIT Nord erfahren. Zudem durften wir ein kleines Experiment durchführen und viele Ausstellungsstücke anschauen. Vor allem als das Metall auf einem starken Magneten schwebte, nach dem Eintauchen in einen kalten Stoff, war klasse. Aber auch die Hand, welche fluidische Muskeln als Antriebselement nutzt, hat uns in ihren Bann gezogen.

Das Praktikum am KIT am 23.06. war für die gesamte Klasse eine sehr bereichernde Erfahrung. Die Durchführung der Versuche vertiefte nicht nur das theoretische Wissen aus dem Unterricht, sondern gab auch einen realistischen Einblick in die Arbeitsweise moderner Lebensmittelchemiker und Analytiker. Besonders faszinierend war der Einsatz von professionellen Großgeräten wie dem Gaschromatografen und dem Photometer. Im Gegensatz zu den oft vereinfachten Experimenten in der Schule erlaubten diese Geräte am KIT hochpräzise und wissenschaftlich exakte Messungen. Der Ausflug hat das Interesse an den Naturwissenschaften gestärkt und gezeigt, wie viel Chemie in unseren alltäglichen Lebensmitteln steckt.

ESS-News

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